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Flugfunk: Radioscanner, Geräte, Empfang, Frequenzen und Technik
Wer sich eventuell an seine Kindheit zurück erinnert, weiß noch, daß es mit älteren, analogen Radiogeräten möglich war, das Frequenzband nach unten zu verschieben (Stellschraube auf der Radioplatine), um damit Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizeifunk abzuhören. Daß damit das geltende Telekommunikationsgesetz in der Bundesrepublik Deutschland mißachtet wurde, steht natürlich außer Frage. Heute ist das Verschieben des Frequenzbandes kaum noch möglich, da sämtliche Radiogeräte über integrierte Schaltkreise vollkommen digital arbeiten. Eine gute, alte Stellschraube - wie in analogen Zeiten - gibt es da nicht mehr. Außerdem, wer die Amateurfunkszene beobachtet, weiß, daß seit gut zehn Jahren sämtliche Funkdienste (Betriebsfunk, Seefunk, Polizeifunk, Amateurfunk etc.) digitalisiert worden sind, d.h. der Empfang ist mit herkömmlichen Radioscannern bzw. Funkscannern definitiv nicht mehr möglich. Selbst der Kurzwellenempfang ist unter dem Stichwort Digital Radio Mondiale (DRM) gänzlich digitalisiert worden.
Im nachstehenden Bericht soll nun weder über analoge noch über digitale Funktechnik informiert werden; und schon gar nicht soll dieser Artikel zum "unerlaubten" Abhören von irgendwelchen Funkaussendungen anstiften, sondern lediglich darüber aufklären, wie bei Filmaufnahmen rund um das Thema Luftfahrt bzw. Sportluftfahrt neben der Bildaufnahme auch der passende Ton - insbesondere der Flugfunk - dokumentiert werden kann. Gewiß dürften die nachstehenden Ausführungen auch für sogenannte "Spotter" bzw. "Planespotter" interessant sein. Ebenso richtet sich der Bericht an Flugschüler und/oder Anwärter der Sprechfunkzeugnisse für den Flugfunk.
1. Tonaufnahme im Flugzeugcockpit
In jedem Sportflugzeug gibt es das sogenannte "Intercom-System". Es kombiniert das Headset des Piloten mit dem Funkgerät und zugleich mit den Passagieren. Damit ist gewährleistet, daß sich Piloten und Passagiere erstens untereinander verständigen können und zweitens der Pilot über den Sprechfunk kommunizieren kann; dabei werden die Tonquellen (Flugfunk und Passagiergespräche) parallel auf den Kopfhörer übertragen. Es ergeben sich zwei Möglichkeiten, nun den Ton aufzuzeichnen: Entweder mit einer Videokamera oder mit einem externen Audiorecorder bzw. Field Recorder.
Der Ton kann direkt über den 6,5mm-Klinkenstecker am Intercom-Anschluß abgegriffen werden. Der Steckeranschluß befindet sich dort, wo das Headset vom Co-Piloten bzw. der Passagiere eingestöpselt wird. Nun wird lediglich ein Verbindungskabel vom 6,5mm-Klinkenstecker auf den Mikrophon-Anschluß der Videokamera benötigt. Dies ist bei kleinen Standard-Videokameras meist ein 3,5mm-Klinkenstecker bzw. bei höherwertigen Videokameras ein XLR-Anschluß. Falls die Videokamera die manuelle Tonaussteuerung zuläßt, muß noch der Tonpegel angeglichen werden, d.h. die Lautstärke anpassen, damit das Tonsignal direkt aus dem Intercom bzw. aus dem Funkgerät nicht übersteuert wird. Bei einem Intercom-System mit vier Anschlußsteckern können sämtliche Gespräche zwischen Pilot und Passagier bzw. zwischen Pilot und Funk aufgezeichnet werden. Bei einem zweisitzigen Flugzeug bzw. bei einem Intercom-System mit nur zwei Anschlußsteckern wird eine Art Weiche benötigt. Dabei handelt es um ein passives Bauteil, das aus einem Klinkensteckeranschluß zwei Anschlüsse macht. Solch eine Weiche ist am besten im Musikfachgeschäft zu finden. Dort findet man auch das entsprechende Kabel (6,5mm auf 3,5mm) fix und fertig konfektioniert und hochwertig abgeschirmt.
Nachteil bei diesem Verfahren ist jedoch, daß man nur die eigene Stimme und/oder den Funk aufgezeichnet, nicht jedoch die Umgebungsgeräusche (Motorstarten, Trimmung rasten, Drehzahl, etc.). Daher bietet sich der Einsatz eines "Field Recorder" - auf gut deutsch auch Diktiergerät genannt - an. Damit kann man die besten Ergebnisse erzielen. In den Pennula-Videofilmen wird der Field Recorder vom Typ "Edirol R-09 HR" genutzt, aber es gibt zahlreiche Alternativen, insbesondere günstigere Alternativen. Auch hierbei wird ein Verbindungskabel von einem 6,5mm-Klinkenstecker (Headset/Intercom) auf einen 3,5mm-Klinkenstecker (Diktiergerät) benötigt. Vor dem Start sollte bitte unbedingt der Tonpegel sowohl vom Intercom-Signal als auch vom Sprechfunk-Signal kontrolliert werden. Im Ergebnis erhält man dann zwei Audioquellen, nämlich den Originalton der Videokamera - also Flugzeuggeräusche, Klappern, Rauschen, Motor, etc. - sowie den Ton vom Diktiergerät. Später müssen beide Tonspuren im Videoschnittprogramm gemischt werden. Da die Videokamera und das Diktiergerät nicht synchron aufzeichnen (kein gemeinsamer Timecode), muß anhand der Videoaufnahme manuell überprüft werden, wann gefunkt wurde bzw. wann mit den Passagieren gesprochen wurde. Markante Szenen sind beispielsweise der Daumen auf dem Funkknopf oder die Lippenbewegung, so diese von der Kamera überhaupt eingefangen werden.
Hier eine Auswahl von sinnvollen Field Recordern und empfehlenswerten Diktiergeräten:
2. Tonaufnahme am Boden
Je nach Motiv bzw. Filmzweck erscheint es reizvoll, den Flugfunk des startenden oder des landenden Flugzeuges aufzuzeichnen. In diesem Fall muß das Tonsignal, also der Sprechfunk bzw. Flugfunk, mit einem externen Flugfunkgerät oder mit einem Flugfunkscanner, Radioscanner oder Handscanner aufgezeichnet werden. Ein anderer Anwendungsfall, der von vielen Flugschülern bestätigt wird, liegt darin, einfach aus Neugier den Flugfunk abzuhören, um sich besser auf die eigene Prüfung der Flugfunksprechzeugnisse BFZ I oder BZF II sowie AZF vorzubereiten. So war es zur guten Tradition geworden, daß wir in unserem Luftsportverein abends nach dem Flugbetrieb das Funkgerät auf die Frequenz der Frankfurter Anflugkontrolle, des Tower Frankfurt oder auf FIS Langen Information eingerastet haben.
Wer nun selbst Pilot ist, dürfte eines der gelben Handfunkgeräte der Firma Dittel besitzen - und auch anwenden dürfen. Wer als Spotter bzw. Planespotter oder auch nur als Kameramann unterwegs ist, kann einen Funkscanner verwenden, der den Frequenzbereich von 118,000 MHz bis 136,975 MHz in Amplitudenmodulation (AM) abdeckt. Meistens bietet sich für Filmaufnahmen ohnehin ein Funkscanner an, da dieser - im Gegensatz zu den Funkgeräten von Dittel oder ICOM - über einen Kopfhörerausgang (3,5mm Klinkenbuchse) verfügt. Schließlich ist nur noch ein Verbindungskabel (bitte ein gut abgeschirmtes) vom Kopfhörerausgang des Funkscanners hin zum Mikrophon-Anschluß der Videokamera bzw. zum Eingang des Diktiergerätes notwendig, damit die gewünschte Tonsequenz aufgezeichnet werden kann. Nachteil dieser Methode vom Boden aus ist natürlich, daß man wirklich nur den Sprechfunk zwischen Pilot und Flugleiter, nicht jedoch Intercom-Laberei, Motor-, Cockpit- und Außengeräusche aufzeichnen kann.
Hier eine Auswahl von brauchbaren Funkscannern bzw. Flugfunkscannern:
3. Ratgeber und Hinweise für Planespotter
Seit Jahren bereits hat sich das Spotting von Flughäfen als Hobby etabliert. Und selbst der Frankfurter Flughafen bietet neben seiner Besucherterrasse explizit sogenannte Spottingpoints (neuerdings am Luftbrückendenkmal an der Autobahn A5) an. An diesen Standorten versammeln sich Fliegerfreunde, Spotter bzw. Planespotter genannt, und sind mit Photo- und Videokameras bewaffnet. Sogar die Google-Suche weist als Ergebnis den Verein "Rhein-Main Aviation Society e.V." aus, eine Vereinigung von Fliegerfreunden mit Schwerpunkt Fotografie des Flughafens Frankfurt/Main (vgl. www.rmas.de). Sowohl für Fliegerfreunde als auch für Kameraleute stellt sich irgendwann die Frage, wann welches Flugzeug woher und wohin landen oder starten wird. Diese Information erscheint wichtig, damit schließlich Videokamera und Stativ eingestellt und ausgerichtet werden können. Doch woher kommen diese Informationen?


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3.1 Die richtigen Flugfunkfrequenzen
Mittlerweile hilft das Internet fast schon in jeder Lebenslage, denn die Suche nach "Frequenz + Tower + Frankfurt" spuckt mit ca. 99.900 Suchergebnissen die Frequenz 119,900 MHz aus. Entsprechend kann man diese Frequenz auf dem Funkscanner einrasten und eifrig mithören.
Doch unabhängig davon, daß auf dieser Frequenz erstens in englischer Sprache kommuniziert wird und zweitens äußert schnell und teilweise - für Außenstehende - unverständlich gesprochen wird, gibt es noch zahlreiche, andere Frequenzen, die für das Spotting hilfreich sind. Zu nennen sind u.a. die Bodenkontrolle, das Vorfeld, Radar, Volmet, ATIS und die automatische Ansage des Wetterdienstes. Wo überall diese Frequenzen versteckt sind, verrät mittlerweile Google. Der professionelle Weg führt jedoch über die ICAO oder JEPPESEN Luftfahrtkarte sowie über das Luftfahrthandbuch zum guten, alten Flieger-Taschenkalender.
Das Zauberwort für Spotter sind die sogenannten "Sichtflugkarten" bzw. "Sichtanflugkarten" (VIS/OPS Chart) und die Flugplatzkarte (Aerodrome Chart). Dabei handelt es sich um die amtlichen Dokumente, die jeder Pilot mitführen muß. Der kleine Sportpilot nutzt hierfür die farbigen Seiten aus dem Luftfahrthandbuch, während der große Airbus- oder Boeing-Pilot mittlerweile jene Karten im volldigitalen Cockpit vom Bildschirm ablesen kann. Auf diesen Karten sind immer die aktuellen Frequenzen abgedruckt, die beim Anflug, Abflug oder Rollen auf dem Vorfeld genutzt werden.

Die Abbildung zeigt beispielsweise sämtliche Frequenzen, die für Luftfahrzeuge wichtig sind. Zudem ermöglicht die Flugplatzkarte dem Außenstehenden zu verstehen, welche Rollstrecke (Taxi bzw. Taxiway) gemeint ist. Darüber hinaus werden die jeweiligen Gates, Parkpositionen, Rollhalte und vieles mehr angezeigt, so daß man sich als Flugzeugspotter zielgenau informieren kann.
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3.2 Der richtige Funkscanner
Funkscanner ist nicht gleich Funkscanner! Vor allem möge man sich vor den Billigprodukten aus Fernost sowie vor irgendwelchen dubiosen Spionage-Online-Shops hüten. Produkte, die dort angeboten werden, sind nicht einmal die Versand- und Portokosten wert. Logischerweise muß es auch kein professioneller Radioscanner sein, der einen durchgehenden Frequenzbereich von 0,5 MHz bis 1.300,00 MHz oder gar bis 2.400,00 MHz ermöglicht. Alles, was der Flugfunkscanner ermöglichen sollte, ist der Frequenzbereich von 118,000 MHz bis 136,975 MHz in Amplitudenmodulation (AM). Der mögliche Frequenzbereich auf die Militär-Flugfunk-Frequenzen, die übrigens öffentlich im Militärischen Luftfahrthandbuch Deutschland (MIL-AIP) abgedruckt sind (vgl. www.mil-aip.de), nützen herzlich wenig, da die wirklich interessanten Funksprüche ohnehin volldigital und verschlüsselt übermittelt werden.
Dann sollte der Funkscanner einen Kopfhöreranschluß sowie einen externen Antennenanschluß besitzen bzw. das Auswechseln der kleinen Aufsteckantenne gegen eine andere Antenne ermöglichen. Daß der Scanner eine digitale Frequenzanzeige besitzen sollte, dürfte klar sein. Geld für die Billigempfänger mit analogem Drehrädchen auszugeben, ist schwachsinnig. Konzentriert Euch bei der Anschaffung eines optimalen Handscanners beispielsweise auf folgende Modelle, die sich alle durch kristallklare Empfangseigenschaften, eine optimale Frequenzabstimmung und ausreichend Speicherplätze sowie schnellen Frequenzwechsel auszeichnen: AOR AR 8200 Mark III, ICOM IC-R20, Alinco DJ-X 11, Yaesu VR 500, ICOM IC-RX7, YAESU VR 160, Uniden Bearcat UBC 3500 XLT, ICOM IC-R6 sowie Alinco DJ-X7 E.
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Insbesondere die intelligente Speicherbelegung und das Scannen über die Speicherplätze ist sinnvoll: So erfragt beispielsweise der Airbus-Pilot am Frankfurter Flughafen auf der Frequenz 121,800 MHz (Ground) das Anlassen und oder Rollen über das Vorfeld, wird später an die 121,750 MHz (Apron) verwiesen, um über die Vorfeldkontrolle weitergeleitet zu werden, bis er schließlich über die 119,900 MHz (Tower) sein "Clear for Take-Off" bekommt.
Zum richtigen Verstehen der einzelnen Vorgänge müssen also mindestens drei Frequenzen "überwacht" werden. Billiggeräte brauchen oftmals zu lange, um von Speicherplatz Nr. 1 auf Speicherplatz Nr. 2 zu wechseln. Daher Pennulas Ratschlag: Lieber 50,00 Euro oder 100,00 Euro mehr für einen vernünftigen Radioscanner ausgeben, der dann sogar das Speicherplatz-Management via USB und Notebook ermöglicht. |
3.3 Das wichtigste ist die Antenne
Habt Ihr schon einmal versucht, eine Satellitenschüssel an Euer Autoradio anzuschließen? Natürlich nicht, denn die Satellitenantenne ist bis auf andere technische Details letztlich auf einen speziellen Frequenzbereich abgestimmt. Entsprechend könnt Ihr die beim Funkscanner mitgelieferte Gummiantenne gleich wegschmeißen und gegen eine perfekt abgestimmte Antenne ersetzen.
Warum? Nun, wenn Euer Funkscanner laut Handbuch einen Bereich von 1,0 MHz bis 1000,0 MHz empfangen soll, dann muß die mitgelieferte Gummiantenne eine "Wunder-Antenne" sein, denn sie muß eine Wellenlänge von ca. 300m bei 1,0 MHz bzw. 30cm bei 1000,0 MHz empfangen können; meist hat sie jedoch irgendeinen suboptimalen Wert irgendwo und irgendwie dazwischen. Die Mitte von 118 MHz und 136 MHz sind 127 MHz, dies wiederum entspricht einer Wellenlänge von ca. 2,36m. Nach dem alten Amateurfunkgesetz, daß die Antenne ein Viertel der Wellenlänge betragen sollte, nämlich ein Viertel-Lambda, ist die optimale Flugfunkantenne ca. 60cm hoch. Schaut am besten im Fachhandel (nein, nicht Conrad Electronic) nach und besorgt Euch eine sogenannte 2-Meter-Antenne. Alternativ besorgt Euch eine kleine Magnetfußantenne (nein, auch nicht bei EBAY, sondern im Fachhandel).
3.4 Die besten Plane Spotter Videofilme vom Flughafen Frankfurt
Wenn Ihr die komplette Ausrüstung zusammen gekauft habt oder einfach vorab gucken wollt, was Euch beim sogenannten "Plane Spotting" am Frankfurter Flughafen erwartet, dann schaut Euch doch einmal die Internetseite "Die besten Plane Spotter Videofilme vom Flughafen Frankfurt" an; es handelt sich um eine Sammlung der schönsten Filme zum Thema Flugzeuge und Airport Frankfurt.

 
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