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Anleitung für das Umwandeln von NTSC in PAL, speziell für GoPro HD Hero,
Drift HD 170, ContourHD, Flycam One und andere NTSC Fotokameras mit Videofunktion Ich weiß leider nicht, wie Ihr auf die Internetseite von Pennula gekommen seid. Seid Ihr über eine Internetsuchmaschine oder über einen direkten Verweis auf dieser Seite zur GoPro HD Hero gelandet? Ich habe in den letzten zwei Jahren rund ein Dutzend Berichte, Anleitungen und Ratgeber für die GoPro HD Hero auf meiner Seite unter Pennula geschrieben, so daß beispielsweise Google mittlerweile meine Pennula Internetseite irgendwo auf Platz Nr. 1 in den Suchergebnissen auflistet. Diese Seite hier ist nur einer von vielen anderen Berichten. Damit Ihr jedoch die Übersicht behaltet und Euch über die Kamera selbst, über das Zubehör oder über Montagemöglichkeiten sowie über das Firmware Update und die Videoarbeitung informieren könnt, schaut bitte auch folgende Textbeiträge an:
1. Voraussetzungen Der eine oder andere wird den Unterschied kaum bemerken; doch wenn man sich diesen Videoclip zweimal anschaut, beim ersten Durchlauf nur auf das linke, originale Bild achtet und dann beim zweiten Durchlauf nur das rechte Bild betrachtet, werden zwei gravierende Bildfehler sichtbar: Erstens das sogenannte "Ghosting", also Schattenbilder, und zweitens ein mehr oder weniger ruckelhafter, stockender Verlauf. Insbesondere in der Kurvenfahrt der Achterbahn wird die Bewegung deutlich: Im Orginal ist alles flüssig (letztlich so, wie es sein soll), während rechts Ruckeln und Zuckeln erkennbar sind. Im folgenden Videoclip sind noch einmal die wirklich schlimmen Schleierbilder in Form von Einzelbildern dargestellt. Bislang kann man technisch zusammenfassen, daß jedes Schnittprogramm - egal, wie es heißt und wie teuer es ist - versucht, technisch gesehen die originalen 59,96 Einzelbilder auf nur noch 50,00 Einzelbilder zu stauchen. Dabei kommt es naturgemäß zu Bildüberlagerungen, denn das, was vorher in 0,0167 Sekunden pro Einzelbild (NTSC 59,96 fps) dargestellt wurde, muß nun auf der PAL-Timeline in 0,02 Sekunden pro Einzelbild dargestellt werden. Daß es dabei zu den Schleier- oder Schattenbildern kommt und daß dabei zwangsläufig ein Ruckeleffekt entsteht, liegt auf der Hand.
3. Videoquelle (Source) in TMPGEnc XPress
Nachdem die Videoquelle angegeben wurde, erscheint das Menü "Clip Properties". Es wird anzeigt, wie die Datei heißt, welcher Anzeigemodus ("progressive" oder "interlaced") vorliegt und insbesondere welche Bildfrequenz ("Framerate") das originäre Material aufweist. Bei den Videodateien aus der GoPro HD Kamera wird die Bildfrequenz automatisch ermittelt, während es bei anderen Videodateien vorkommen kann, daß die Bildfrequenz entweder erst über den Knopf "Analyse" ermittelt werden oder sogar manuell per Auswahlmenü ausgewählt werden muß. Im hier dargelegten Beispiel kann es sich aber nur um drei Bildraten handeln, die in diesem Menü eingestellt sein müssen, nämlich 29,97 fps (GoPro HD Videomodus "r4" oder "r5") oder 59,96 fps (GoPro HD Videomodus "r3") sowie 30,00 fps für 90% aller übrigen Videokameras, Billigknipsen oder sonstige OEM-Produkte.
Über das Menü "Cut-Edit" sowie "Filters" können zwei wichtige Funktionen beim Konvertieren eingestellt werden: Zum einen kann über "Cut-Edit" die gesamte Videolänge auf das brauchbare Material gekürzt werden und über "Filters" können sinnvolle Bild- und Farbkorrekturen eingestellt werden (beispielsweise Kontrast, Helligkeit oder Angleichen von Gamma-Werten sowie von Chroma-Werten, um einen ungewünschten Blaustich zu entfernen). Alle Einstellungen können mit Mausklick auf "Okay" übernommen werden.
Nun folgt die Einstellung, in welcher Bildfrequenz bzw. Framerate die Einzelbilder exportiert werden sollen. Hierbei ist es ganz wichtig, exakt jene Framerate einzustellen, die dem original Videomaterial entspricht! Liegt der Videoinput bei 59,96 fps (vgl. "Clip Properties"), muß als Videooutput ebenfalls 59,96 fps ausgewählt werden. Über der Zeile Framerate gibt es noch das Menü "Size", hier sollte die gewünschte Videobildgröße, also 1280x720 Pixel eingetragen sein. Noch wichtiger ist der Menüeintrag "Picture Format". Hier kann mittels Menü zwischen den Formaten *.bmp, *.jpg oder *.png ausgewählt werden. Ich nutze aus Qualitätsgründen das *.bmp-Format, also die volle Einzelbildauflösung ohne Kompression. Wird beispielsweise das *.jpg-Format selektiert, kann - wie bei JPEG üblich - die Kompressionsrate zwischen 1% und 100% eingestellt werden.
In diesem Zusammenhang wird deutlich, warum ich oben schrieb, daß eine große Festplatte benötigt wird: Aus den "Clip Properties" kann herausgelesen werden, daß das Videomaterial insgesamt 2.632 frames aufweist, d.h. 2.632 Einzelbilder. Mit dem *.bmp-Format ist ein einziges Einzelbild 2,7 MByte groß - entsprechend ist der kurze Achterbahn-Videofilm, der ursprünglich eine Länge von 43 Sekunden hat, in 2.632 Einzelbilder zerlegt insgesamt 6,77 GByte groß. Je nach Festplattengröße empfiehlt es sich, entweder - sehr plakativ formuliert - "volle Kanne" als BMP zu exportieren oder mit der JPEG-Einstellung bzw. dem Kompressionsfaktor herumzuexperimentieren. Wenn alle Einstellungen vorgenommen worden sind, muß oben im Menü auf "Encode" geklickt werden. Ihr solltet Euch ein neues Verzeichnis auf der Festplatte anlegen, denn darin werden die Einzelbilder gespeichert. Der gesamte Vorgang dauert je nach Systemkonstellation, Festplattengeschwindkeit und Exportformat einige Minuten. Wenn TMPGEnc XPress fertig mit dem Exportieren ist, liegen im Verzeichnis folgende Dateien "achterbahnfahrt0000000.BMP", ... , "achterbahnfahrt0002631.BMP". Wissenschaftlich formuliert liegen die Einzelbilder von dateiname_0.* bis dateiname_n-1.* im neuen Verzeichnis.
5. Einzelbilder mit der korrekten Bildfrequenz in TMPGEnc XPress als neuen Film umwandeln
Wichtig - absolut wichtig - sind nun die richtigen Einstellungen! Im ersten Moment zeigt TMPGEnc XPress unabsichtlich den falschen Parameter hinsichtlich der Framerate an; sie steht auf 30,00 fps. Sie müß in unser Wunschformat geändert werden, also entweder PAL mit 25,00 fps oder PAL mit 50,00 fps. Ob nun 25 oder 50 hängt davon ab, welches Videomaterial noch zusammen mit diesen Videoaufnahmen geschnitten werden soll bzw. welche Timeline-Einstellung in Eurem Schnittprogramm vorliegt, also 720@25p oder 720@50p.
Wird die Framerate von ursprünglich 30,00 fps auf 50,00 fps gewechselt, gibt TMPGEnc XPress eine Warnmeldung heraus, worin es heißt, daß sich mit Änderung der Framerate auch die gesamte Videolänge ändert. Das ist korrekt und wird mit "Okay" bestätigt. Vergleicht man nun die beiden vorherigen Screenshots, wird deutlich, daß unser Film bei 30,00 fps eine Länge von 1 Minute und 27 Sekunden hat und bei 50,00 fps die Länge nur noch 52 Sekunden beträgt, aber - und das ist absolut wichtig - die Einzelbilder in ihrer Gesamtheit von 2.632 erhalten bleiben! Was heißt das konkret? Das bedeutet, das im gleich zu berechnenden Videoclip jedes Einzelbild in der für das PAL-System typischen und gewünschten Einzelbilddauer von 0,02 Sekunden bei 720p@50 bzw. von 0,04 Sekunden bei 720p@25 anzeigt. Exakt mit dieser Einstellung wird das Ruckelproblem beseitigt. 6. Richtige Formateinstellungen für den neuen Film
Da ich das AVI-Format bevorzuge und hierbei speziell den Videocodec von Canopus, beziehen sich die nachstehenden Screenshots auf diesen Videocodec für den "AVI File Output". Allerdings - wie im nächsten Screenshot zu sehen - sind alle gängigen Videocodecs verfügbar, so beispielsweise "Canopus HQ", "DVCPRO HD", "Microsoft MPEG-4 Video Codec" oder für diejenigen, die unglaublich viel Festplattenkapazität zur Verfügung stehen haben, der "Uncompressed RGB Codec", d.h. AVI vollständig unkomprimiert. Egal, ob nun HDV-Format, MPEG-Format oder AVI-Format, wichtig ist einmal mehr die korrekte Einstellung der Framerate.
Rechts im Menü kann übrigens eingestellt werden, daß "Video only", "Audio only" oder "Video and Audio" ausgespielt werden sollen. Da der neue Videofilm lediglich aus Einzelbildern zusammengefügt wird, reicht es aus, hierbei die Einstellung "Video only" auszuwählen, d.h. es wird keine zusätzliche Tonspur berechnet, was - je nach Video- und Audiocodec - Festplattenplatz und Berechnungszeit einspart.
Nach diesem Vorgang, der letztlich insgesamt sechs Minuten Zeit in Anspruch genommen hat, also Original in Einzelbilder zerlegen und wiederum Einzelbilder in einen neuen Videofilm erstellen, liegt nun eine saubere, ruckelfreie Videodatei im PAL-Format vor, die problemlos für die weitere Videonachbearbeitung mit anderen PAL-Videoquellen verwendet werden kann. Allerdings gilt es zu beachten, daß die original *.mp4 Datei eine Länge von 43 Sekunden hatte, während die neue Videodatei nun eine Länge von 52 Sekunden hat, d.h. ein Zeitversatz von ca. 7 Sekunden. |
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