Marinefliegerhorst und Wasserflugplatz Schellingwoude (Marinevliegkamp Schellingwoude)

Marinefliegerhorst und Wasserflugplatz Schellingwoude (Marinevliegkamp Schellingwoude)

20. Mai 2019

Der Marinefliegerhorst Schellingwoude war ein Flughafen für Wasserflugzeuge der Königlich Niederländischen Marine auf der künstlichen Insel Zeeburg im IJsselmeer östlich von Amsterdam. Der Marinehafen bzw. das „Marinevliegkamp Schellingwoude“ wurde nach dem gleichnamigen Dorf Schellingwoude benannt, das unmittelbar nördlich von der Insel entfernt liegt. Ursprünglich richtete die Königlich Niederländische Marine im Jahre 1916 auf der Insel Zeeburg ein Fluglager ein. Zunächst existierte lediglich ein einfacher Holzschuppen als Hangar für Flugboote. Im Jahre 1922 wurde ein neuer Hangar aus Beton und Steinen gebaut, so dass der alte Holzschuppen nur noch als Werkstatt genutzt wurde.

Der Wasserflughafen wurde sowohl für die militärische als auch für die zivile Luftfahrt genutzt. Darüber hinaus war dort auch der Hersteller Fokker („Nederlandsche Vliegtuigenfabriek Fokker“) untergebracht, um dort neue Wasserflugzeuge zu testen. Da der Hafen nicht vollständig von der Marine genutzt wurde, gab es ab dem Jahre 1928 verstärkt zivile Flüge. Nachdem die Wehrmacht am 10. Mai 1940 die Niederlande überfiel und besetzte, entwickelte sich Schellingwoude im Zweiten Weltkrieg zur wichtigsten Basis des Seenotdienstes der deutschen Kriegsmarine. Etwa 25 Flugzeuge waren im dortigen Seefliegerhorst stationiert, wobei die Luftfahrzeugmuster „Heinkel He 59“ und „Dornier Do 24“ als Rettungsflugzeuge eingesetzt wurden.

Während des Krieges wurde der Marinefliegerhorst Schellingwoude mehrfach bombardiert und von Luftangriffen der Alliierten heimgesucht. Allerdings entstanden keine größeren Schäden, so dass das gesamte Gelände nach dem Zweiten Weltkrieg bis Anfang der 1980‘er Jahre unter der Kontrolle des niederländischen Verteidigungsministeriums statt. Bis zum Jahre 1963 befanden sich in Schellingwoude der Geheimdienst und die Feuerwehr-Schule der Marine. In den 1980’er und 1990’er Jahren wurde das gesamte Areal als Lagerstätte genutzt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die gesamte Insel durch den Bau ziviler Infrastruktur gänzlich verändert. Sämtliche militärischen Gebäude der alten Marinestation wurden abgerissen. Lediglich das Eingangstor und drei verbliebene deutsche Bunker erinnern heute noch an die frühere Nutzung.