|
Flugplanung mit dem Stephan Navimat 500
Mein Fluglehrer hatte mir seinerzeit ein kleines Navigationsinstrument für die Jackentasche ans Herz gelegt, welches den Namen "Stephan Navimat 500" trägt. Es ist über jeden ordentlichen Luftfahrtbedarfshändler zu erwerben. Das Arbeiten mit dem Navimat spiegelt die klassische Navigationsplanung ohne GPS, ohne Computer und ohne Taschenrechner wider. Der riesige Vorteil dieser neu-dumm-deutsch genannten "Oldschool-Methode" liegt darin, daß eine gewünschte Flugstrecke in Kilometern oder in nautischen Meilen, die notwendige Flugzeit sowie der richtige Steuerkurs direkt mittels Luftfahrtkarte abgelesen werden können. Eine Berechnung ist nicht notwendig!
Aus Spaß an der Freude und zur Vertiefung für Segelflug- und Ultraleicht-Flugschüler habe ich einen kleinen Videofilm erstellt, in welchem ein willkürlicher Flug mit dem Navimat von Hamburg-Finkenwerder (Airbus-Werft) nach Kiel-Holtenau geplant wird. Nachdem die beiden Flughäfen in der Luftfahrtkarte selbst mit einem Kreuz markiert worden sind und eine Bleistiftlinie zwischen beiden Punkten gezogen wurde, kommt der Navimat zum Einsatz: Mit den beiden zirkelähnlichen Spitzen werden Start und Ziel abgesteckt. Sind beide Punkte anvisiert, so kann auf der Meßskala am äußeren Rand des Navimat die Distanz sowohl in Kilometern als auch in nautischen Meilen abgelesen werden.
Der Navimat liefert einen Wert von 96 Kilometern. Anstatt nun mit dem bekannten Dreisatz - bei einer gewünschten Reisegeschwindigkeit von 140 km/h - die Flugzeit zu bestimmen, kann diese bequem über die innere Meßskala des Navimat abgelesen werden; sie beträgt etwas mehr als 40 Minuten. Zwar weiß man nun, daß rund 96 Kilometer zu fliegen sind und dies - ohne Berücksichtigung der vorherrschenden Windverhältnisse, ohne Berücksichtigung auf die Startphase oder Landephase und etwaiger Platzrunden - etwa 41 Minuten andauern wird. Doch es stellt sich die Frage, in welche Richtung geflogen werden muß bzw. wie der Steuerkurs lautet.
Grob kann aus der Luftfahrtkarte ein Steuerkurs geschätzt werden, der zwischen mindestens 10 Grad und maximal 30 Grad Nord-Ost liegen dürfte. Der Navimat bietet auf seiner Rückseite ein weiteres Hilfsmittel: Indem beide Schenkel so ausgerichtet werden, daß der eine Schenkel mit dem kleinen Flugzeugsymbol auf die zuvor eingezeichnete Bleistiftlinie (Kurslinie) aufgelegt wird und der andere Schenkel parallel zu einem Längengrad auf der Luftfahrtkarte ausgerichtet wird, liefert der Navimat an der Meßskala einen Steuerkurs von ca. 14 Grad nordöstlicher Richtung. Dank Navimat konnten ohne Rechenarbeit die Flugstrecke von 96 Kilometern, die Flugdauer von etwa 41 Minuten sowie den Steuerkurs von 14 Grad abgelesen werden. Den Stephan Navimat gibt es in vier Ausführungen, nämlich "Navimat 500", "Navimat 501", "Navimat 502" und "Navimat 504". Ich denke, er sollte zur Ausrüstung eines jeden Privatpiloten gehören.



|
|